Hintergrund und Ziele

Hintergrund und Ziele

Hintergrund

Im landesweiten Vergleich ist die Tourismusbranche für den Landkreis Cochem-Zell von stark überdurchschnittlicher Bedeutung. Mit über 720.000 Gästeankünften und rd. 2,3 Millionen Übernachtungen (2019) nimmt der Landkreis Cochem-Zell unter den rheinland-pfälzischen Landkreisen Platz 2 ein. Mit rund 37 Übernachtungen je Einwohner (Tourismusintensität) im Jahr 2018 belegt der Kreis sogar den Spitzenplatz in Rheinland-Pfalz. Hinzu kommt ein stark ausgeprägter Tagestourismus. Insgesamt werden die tourismusbedingten Umsätze auf über 145,8 Millionen EUR und die daraus resultierende Wertschöpfung im Landkreis Cochem-Zell auf rund 76 Millionen Euro beziffert. 

Tourismus ist aber kein Selbstläufer in einem vom Verdrängungswettbewerb gekennzeichneten Marktumfeld. Neben einer zielgerichteten und effizienten Vermarktung müssen die angebotsseitigen Strukturen kontinuierlich auf ihre Wettbewerbsfähigkeit hin überprüft, verbessert und zentrale Probleme wie Fachkräftemangel und Betriebsnachfolge angegangen werden. Weitere Herausforderungen stellen das eher schlechte Image der Berufsbilder sowohl im Gastgewerbe als auch bei den grünen Berufen, die starke Saisonalität der Nachfrage sowie der Preiswettbewerb dar.

Mit der Gründung der „Zukunftsallianz Cochem-Zell“ (ZaC) wurde in der Vergangenheit bereits ein Netzwerk zur Stärkung der heimischen Wirtschaft geschaffen. Für den Tourismusbereich erfolgte im Jahr 2015 die Gründung des Arbeitskreises „Fachkräftesicherung und Qualifizierung im Gastgewerbe“. Nach der erfolgreichen Etablierung des gemeinsamen „Aus- und Weiterbildungsprogramms Gastgewerbe & Tourismus“ widmete sich der Arbeitskreis seit Herbst 2016 intensiv der Thematik „Aufbau Tourismuscluster“. Mit fachlicher Unterstützung durch die „Project M GmbH“ (Trier) erfolgte die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zum „Aufbau eines Tourismusclusters im Landkreis“. Am Erarbeitungsprozess waren der Arbeitskreis (bestehend aus der KVHS, BBS Cochem, IHK, HWK, DEHOGA, Vertreter der Hotellerie und Gastronomie), sowie weitere Betriebe, Vertreter der Winzerschaft, lokale Tourist-Informationen und die touristischen Regionalagenturen (Eifel, Mosel, Hunsrück) beteiligt.

Für das LEADER-Kooperationsprojekt der Lokalen Aktionsgruppen Vulkaneifel, Mosel und Hunsrück wurde eine Premiumförderung in Höhe von 75% der Projektkosten gewährt. Das auf drei Jahre angelegte Projekt konnte im März 2019 starten. Nach Projektablauf im Oktober 2022 wurde entschieden, das Tourismuscluster-Netzwerk aufgrund der vielen Erfolge - insbesondere im Bereich der Fachkräftegewinnung und -sicherung - aufrechtzuerhalten und zu verstetigen. Somit wird die gemeinsame Arbeit weiter fortgeführt.

Ziele

Ziele Tourismuscluster Eifel Mosel Hunsrück
  • Die Schaffung eines Tourismusclusters durch Vernetzung lokaler Akteure der gesamten touristischen Wertschöpfungskette aus den drei Regionen Eifel, Mosel und Hunsrück ist einzigartig und fördert die Eigenkräfte der Regionen. Zudem wird dadurch die lokale Wirtschaft unterstützt und gestärkt sowie die Bildung einer regionalen Identität positiv begünstigt. Das Tourismuscluster bietet den Netzwerkpartnern einen Raum zur Vernetzung, Entwicklung von Ideen und Projekten und bildet die Basis für die Bildung neuer und innovativer Kooperationen.
  • Das Tourismuscluster soll als brückenschlagendes Projekt die drei touristischen Destinationen Eifel, Mosel und Hunsrück vernetzen. Die touristische Entwicklung, inklusive der in der Wertschöpfungskette profitierenden Branchen (z. B. Einzelhandel, Handwerk), in den drei LEADER-Regionen sollen gestärkt und innovative Wege aufgezeigt werden, wie es unter dem Leitgedanken „Qualitätssicherung und –entwicklung“ gelingen kann, Antworten auf die größte Herausforderung – die Fachkräftesicherung – zu finden. Das Thema „Fachkräftesicherung“ gehört demzufolge zum Haupthandlungsfeld des Clusters.
  • Oberstes Ziel des Tourismusclusters ist die Profilierung und Positionierung mit einem hochwertigen Aus- und Weiterbildungsangebot zur Fachkräftesicherung mit überregionaler Strahlwirkung. Es geht um die Erhaltung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit durch die regionale Bündelung, effektive Vernetzung und bedarfsorientierte Ergänzung vorhandener Aktivitäten. Qualifizierte Fachkräfte und gut ausgebildeter Fachkräftenachwuchs bilden die Säulen für einen funktionierenden Tourismus.