Auch unsere Landrätin Anke Beilstein griff das Thema des Abends in ihrem Grußwort auf. Eine zeitgemäße Führungskultur in Unternehmen und Institutionen ist seit jeher enorm wichtig - gerade in unsicheren und volatilen Zeiten muss die "richtige" Führungskultur jedoch ständig hinterfragt und neu definiert werden. Bezogen auf die wirtschaftliche Lage, speziell auch die Entwicklungen im Kurvenkreis, hob sie die Stabilität und die Zukunftschancen der Region hervor.
Sie bezog sich dabei u.a. auf die aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete der Kurvenkreis den viertstärksten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) unter allen rheinland-pfälzischen Landkreisen. Auch das positive Abschneiden von CochemZell im aktuellen Zukunftsatlas der Prognos AG zeigt, dass wir - gerade im Vergleich zu anderen ländlichen Regionen - sehr ordentlich abschneiden und uns vor allem mit Blick in die Zukunft weiterhin gut entwickeln.
Optimismus wird von Unternehmen vorgelebt
Hauptredner des Abends war Prof. Dr. Heiko Weckmüller. Der Vizepräsident der Hochschule Koblenz ging in seinem Vortrag zunächst darauf ein, was die Unternehmen derzeit laut einer Ifo-Umfrage tatsächlich als Bedrohung oder Unsicherheit betrachten. Ganz vorne: Cyberkriminalität. An letzter Stelle stehen in diesem Ranking übrigens politische Risiken und Gewalt.
Und auch innerhalb der Bevölkerung gibt es Unsicherheiten, welche die Menschen mehr oder weniger stark beschäftigen. Die R+V Versicherung hat in ihrem "Angstindex" bspw. verschiedene Ängste der Bevölkerung abgefragt. Ein interessantes Ergebnis, das auch für Unternehmen und Führungskräfte von Bedeutung ist: Gerade unter den jüngeren Menschen (in der Umfrage die 15- bis 24-jährigen) stehen private Sorgen weit über beruflichen Sorgen.
So beschäftigt bspw. 72 % der jungen Menschen, "dass dem Partner oder der Partnerin etwas zustößt", während nur 38 % Angst davor haben "keinen Ausbildungs- oder Studienplatz zu finden". Nur etwa die Hälfte der Menschen in dieser Altergruppe macht sich Sorgen darüber, sich "für den falschen Beruf entschieden zu haben".
Doch egal, ob wir von privaten oder beruflichen Sorgen und Ängsten sprechen: Es ist wichtig, optimistisch zu bleiben. Und gerade Personen in Führungspositionen und mit Personalverantwortung können entscheidenden Einfluss auf die Motivation und den Optimismus der Mitarbeitenden nehmen. Daher stellte Prof. Dr. Weckmüller den anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmern zum Abschluss die Frage: "Wenn Optimismus nicht von den Unternehmen und den Führungskräften selbst ausgeht, von wem denn dann?". Die Arbeitgeber haben es also in der Hand, nicht nur für ein gutes Betriebsklima im Unternehmen selbst zu sorgen, sondern auch Optimismus und positives Denken im Allgemeinen voranzutreiben.